Ein Winterlied aus Dschanor

Zwischen den Ereignissen, die in „Mitternachtsrot erzählt werden, und der zweiten Erzählung aus Dschanor „Yenayas Smaragd, berichtet diese Kurzgeschichte von dem fahrenden Sänger Taro, der die göttliche Macht der Kriegsgöttin Yenaya hautnah zu spüren bekommt.

Leseprobe

»Lass dich hier nie wieder blicken, solange du kein besseres Lied kennst!«

© Bianca M. Riescher

© Bianca M. Riescher

Der Wirt lachte und mit einem Stoß landete Taro auf allen Vieren im kalten Matsch, den ein unfreundlicher Winterregen vor der lausigen Herberge hinterlassen hatte. »Schmarotzer«, rief der Wirt ihm noch hinterher.

Taros Beutel landete mit einem verdächtigen Knacken in einer Pfütze. Ängstlich zog er den Sack an sich, streifte den Stoff von seinem Musikinstrument und sah die Katastrophe. Quer über den Holzkörper seiner Kithara zog sich ein Riss. Er schlug die Saiten an und zuckte bei den schrägen Tönen schmerzhaft zusammen.

Bei den Göttern, wie soll ich jetzt meine Lieder vortragen? Ich werde verhungern. Wie auf Kommando knurrte sein Magen. Mit so viel Würde, wie Taro noch aufbringen konnte – falls diese verfluchten Kreedan ihn durch das Fenster beobachteten – rappelte er sich auf, steckte seine beschädigte Kithara zurück in den Beutel und schlang den Trageriemen um die Schulter. Notdürftig wischte er den Schlamm von der Hose. Sein Magen knurrte noch einmal und wies ihn nachdrücklich darauf hin, dass er in den letzten drei Tagen nur einen alten Kanten Brot bekommen hatte.

Sein halblanges, schwarzes Haar fiel ihm in die Augen. Taro strich es aus dem Gesicht, drückte den Rücken durch und wanderte los.


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Für alle interessierten Leser ist diese kostenlose Kurzgeschichte aus der Welt von Dschanor hier erhältlich:

Ein Winterlied aus Dschanor (Link zur Kurzgschichte als pdf).